Schulplatz-Roulette an Kölner Gymnasien Bezirksregierung Köln mit Klarstellung!


Auch in diesem Jahr fehlen an den Kölner Gymnasien Schulplätze – insgesamt 399. Insbesondere in der Innenstadt, Lindenthal, Ehrenfeld und Nippes stehen für zahlreiche Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend Plätze zur Verfügung. Auch der Zweitwunsch der Eltern kann in vielen Fällen nicht realisiert werden.

Die Bezirksregierung Köln möchte zur aktuellen Situation, Umsetzung sowie den Vorwürfen Stellung nehmen:

Die Planungen der Stadt Köln zum Schulneu- und Umbau wurden in den letzten Jahren bei weitem nicht intensiv genug umgesetzt.

Die Bezirksregierung Köln hatte hier schon 2017 versucht, mit einem Schulbaugipfel die Stadt bei der Bewältigung der Aufgabe zu unterstützen.

Die Stadt Köln ist für die Bereitstellung der Schulplätze und die Durchführung des Anmeldeverfahrens in Zusammenarbeit mit den Schulen verantwortlich.

Die Bezirksregierung Köln berät Schulleitungen und die Stadt Köln.
Sie hat keine Entscheidungsfunktion.

Schulleiterinnen und Schulleiter entscheiden über die konkrete Aufnahme der an ihrer jeweiligen Schule angemeldeten Schülerinnen und Schüler.

Gemeinsames Ziel ist hier, die Sicherstellung von Schulplätzen, die bestmögliche Umsetzung der Elternwünsche und die Sicherung der Unterrichtsqualität.

Nimmt man die gesamte Stadt Köln in den Blick, konnten in diesem Jahr genügend Plätze an Gymnasien geschaffen werden. Stadtteilbezogen wurden 2021 vor allem linksrheinisch nicht alle Wünsche erfüllt.

  1. Die Verantwortung für die Umsetzung des Anmeldeverfahrens sowie die zugehörige Kommunikation mit den Schulen und den Eltern obliegt der Stadt Köln.
  2. Das Anmeldeverfahren hat sich nicht geändert.

Sofern an einer Schule mehr Anmeldungen als Plätze vorhanden sind, muss die Schulleitung in Absprache mit dem Schulträger, also der Stadt Köln, ein Auswahlverfahren treffen, das sich nach den Kriterien der APO-S I (Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe I) richtet.

Abgelehnte Schülerinnen und Schüler erhielten im letzten Jahr einen unverbindlichen Vorschlag mit Schulplatzangebot, der durch die Stadt Köln an die Eltern versendet wurde. Die Bezirksregierung Köln hat hier koordinierend und beratend unterstützen können, da es im letzten Jahr noch möglich war, einzelne Zweitwünsche zu erfüllen.

Nach Abschluss der Anmeldung in diesem Jahr ist deutlich geworden, dass eine Schulplatzsuche mit dem Ziel, in sinnvoller Weise Zweitwünsche umsetzen zu können, nicht möglich war, da es keine freien Kapazitäten mehr gibt. Um dem Elternwillen dennoch größtmöglich gerecht werden zu können, entschied sich die Stadt Köln dazu, die Eltern über alle stadtweit noch verfügbaren Schulplätze zu informieren. Ein „Losverfahren“ wurde nicht durch die Bezirksregierung, sondern durch die Stadt Köln eingeführt.

Von einer bewussten Verknappung von Schulplätzen seitens der Bezirksregierung kann keine Rede sein. Vielmehr hat die Stadt Köln auch in diesem Jahr zur Sicherung von Schulplätzen neun weitere sogenannten Mehrklassen beantragt und diese durch die Bezirksregierung genehmigt bekommen.

Die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde kann Mehrklassen nur dann genehmigen, wenn noch ordnungsgemäßer Unterricht laut Lehrplan in den dafür vorgesehenen Fachräumen stattfinden kann. Hintergrund ist, dass der Verzicht auf Fachräume massive Auswirkungen auf die Qualität des Unterrichts hat. Als Folge wären zum Beispiel Experimente, Kunstprojekte oder regulärer Sport- und Musikunterricht nicht mehr möglich.

Die Einrichtung der neun Mehrklassen hat neben der Erhöhung der Klassengrößen ausgereicht, insgesamt genügend Schulplätze für alle Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien im gesamten Stadtgebiet bereitzustellen.

Langfristig kann nur die konsequente Reduktion der Mehrklassen und eine parallele und bedarfsorientierte Schaffung von neuen, zusätzlichen Unterrichtsräumen durch die Stadt Köln helfen die Situation zu entschärfen. So könnten lange Fahrwege für Schülerinnen und Schüler reduziert und Wunschschulen oder wohnortnahe Alternativen angeboten werden.