Explosion experimentell bestätigt


Zweiter Zwischenbericht zur Explosion in Bürrig

Der mit der Untersuchung des Explosionsereignisses am 27.07.2021 im Entsorgungszentrum Bürrig der Firma Currenta beauftragte Sachverständige hat den zweiten Zwischenbericht vorgelegt, der sich hauptsächlich mit experimentellen Untersuchungen des Abfalls, der im explodierten Tank gelagert wurde, befasst. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen wird die im ersten Zwischenbericht vermutete Ursache für die Explosion weiter erhärtet. Danach soll eine chemische Reaktion des Abfalls mit zunehmender Temperatur zu einem rapide ansteigenden Überdruck im Lagertank geführt haben, der trotz der vorhandenen Sicherheitssysteme des Tanks nicht mehr abgebaut werden konnte. Durch experimentelle Untersuchungen, die vom Gutachter in Auftrag gegeben wurden, wäre hiermit die Selbsterwärmung des Abfalls verbunden mit einem Druckanstieg bestätigt. Ebenso wie eine sich selbst beschleunigende Reaktion. Danach fände der größte Temperatur- und Druckanstieg innerhalb der letzten Viertelsekunde statt und führte zu einem explosionsartigen Zerplatzen der Messzelle. Damit wäre bestätigt, dass der Abfall in Bürrig oberhalb der Selbsterwärmungstemperatur gelagert und so die Reaktion in Gang gesetzt wurde. Bereits in der Vergangenheit wurde dieser Abfall der Firma Agricultural Solutions A/S aus Dänemark in anderen europäischen Anlagen verbrannt und hat nach Erkenntnissen der Bezirksregierung Köln dort keine Unfälle verursacht.

Bevor endgültige Schlussfolgerungen aus dem Ereignis und den daraus folgenden Konsequenzen gezogen werden können, müssen weitere Untersuchungen des Sachverständigen abgewartet werden.