Erneute Gewässerbelastung durch Currenta


Nach der bereits bekannten Einleitung des Schädlingsbekämpfungsmittels Clothianidin als Folge der Explosion eines Abfalltanks hat es erneut eine Gewässerbelastung durch die Firma Currenta gegeben. Über einen Zeitraum von 5 Monaten sind nach Firmenangaben etwa 14 % eines Gemisches aus Abwasser, Löschwasser und Havarie-Abwasser aus einem defekten Abwassertank nach Reinigung durch die Kläranlage aber ohne zusätzliche Aktivkohlefilterung in den Rhein gelangt. Dies wurde nach bisherigen Erkenntnissen erst jetzt entdeckt. Ob es dadurch zu einer Schädigung des Gewässers gekommen ist, muss erst noch durch unabhängige Untersuchungen festgestellt werden. Dazu wird die Bezirksregierung Köln in Ergänzung zu den Messungen des Landesumweltamts eine weitere Sachverständigenuntersuchung anordnen.

Im Gegensatz zu der Einleitung nach der Explosion im Rahmen der Gefahrenabwehr ist diese ungenehmigte Einleitung nicht tolerierbar und muss entsprechend verfolgt werden. Dazu wird die Bezirksregierung Köln die Staatsanwaltschaft einschalten mit der Bitte um Prüfung, ob hier der Straftatbestand einer Schädigung des Gewässers erfüllt ist. Wie bereits berichtet, wird zurzeit das Sicherheitsmanagementsystem der Firma Currenta durch ein unabhängiges Expertenteam um den langjährigen Vorsitzenden der Kommission für Anlagensicherheit, Prof. Dr. Christian Jochum, überprüft. Der bisherige Schwerpunkt Abfallmanagement muss nun um den Schwerpunkt Abwassermanagement erweitert werden.